Die für die unterschiedlichen Kräuter- und Früchteteemischungen verwendeten Blätter, Blüten, Früchte, Rinden, Samen oder Wurzeln werden nur gereinigt, getrocknet und zerkleinert. So werden sie gehandelt und anschließend verwendet. Nichts als die reine Natur soll in die Tassen des Teeliebhabers kommen.
Bei allen beliebt und von vielen getrunken. Die Statistiker haben es exakt errechnet: 180 Gramm Schwarztee trinken wir Österreicher pro Kopf und Jahr. Aber mehr als die dreifache Menge Kräuter- und Früchtetee! Kein Wunder: Was gibt es Besseres als eine dampfende Tasse Hagebuttentee im Winter, ein Glas kühlen Früchtetee im Sommer, oder Lindenblütentee, wenn eine Verkühlung im Anzug ist. Und das Gute dabei – Kräuter- und Früchtetees haben nur Vorteile: Sie sind koffeinfrei, haben keine Kalorien, können heiß oder kalt, zu jeder Jahres- und Tageszeit getrunken werden und schmecken Jung und Alt. Auch steht eine riesige Auswahl an Geschmacksrichtungen zur Verfügung, und jedes Jahr kommen neue Mischungen dazu.

… in Österreich die Verwendung von Kräutern und Früchten im österreichischen Lebensmittelbuch genau vorgeschrieben ist? Alle dort erlaubten Pflanzenbestandteile sind als Getränk zugelassen.
… sich Kräuter- und Früchtetee-Sorten untereinander hervorragend mischen lassen? So gibt Pfefferminze im Sommer Früchtetee noch eine zusätzliche frische Note. Auch Anistee kombiniert mit Melissentee hat ein ganz besonderes Aroma.
… bei den Franzosen das Verbenen-Kraut der Liebling unter den Kräutertees ist? Verbenen-Tee wirkt verdauungsfördernd und wird bevorzugt nach einem üppigen Essen getrunken.
Anders als für Schwarzen oder Grünen Tee, die nur aus Teeblättern gewonnen werden, verwendet man für Kräuter- und Früchtetees verschiedenste Pflanzenteile: Wurzeln, Blätter, Blüten und die Frucht!
Zu Heilzwecken werden Kräutertees schon seit mehreren Jahrtausenden getrunken. So finden sich die ersten überlieferten Aufzeichnungen im Kräuterbuch des chinesischen Kaisers Shen-Nung (2700 v. Chr.). In Ägypten nannte das Papyrus Ebers 1550 v. Chr. bereits über 700 verschiedene Rezepturen für die Zubereitung von Kräuter- und Früchtetees. Berühmt war die heilige Hildegard von Bingen (1098–1179 n. Chr.), deren Rezepte noch heute bei vielen beliebt sind. Die Bequemlichkeit in der Zubereitung durch den Teebeutel, die vielfältigen Möglichkeiten der Aromatisierung und die Fantasie der Markenartikler machten aus traditionellen, in Apotheken und Drogerien gehandelten Kräutern, moderne Getränke, die heute als gesunde Durstlöscher bei Jung und Alt so beliebt sind. Sie werden sogar schon häufiger getrunken als klassischer Schwarztee.
Die medizinische Wirkung vieler Pflanzen beruht auf Inhaltsstoffen, deren Erforschung trotz der tausendjährigen Verwendung bis heute nicht abgeschlossen ist. Sie variieren von Pflanze zu Pflanze, oft sind sie mit einem angenehmen Geschmack verbunden. So ist die Kamille in romanischen Ländern als tägliches Getränk sehr beliebt, während sie bei uns dank ihres Wirkstoffes Azulen auch häufig bei Entzündungen innerlich und äußerlich angewandt wird. Die ätherischen Öle der verschiedenen Minzearten oder der Melisse wirken entspannend und krampflösend, die Inhaltsstoffe der Lindenblüte treiben den Schweiß und senken das Fieber, Ingwer und Fenchel helfen der Verdauung, Baldrian hilft bei Einschlafbeschwerden, und Holunder wirkt wie auch der klassische Tee antioxidativ und so vorbeugend gegen bösartige Zellveränderungen.
Beeren, Früchte und Kräuter wachsen zwar überall in
Wald und Flur, doch für die Teeproduktion werden sie
kontrolliert angebaut. Dadurch wird auch konstante
Qualität garantiert. Bevor die getrockneten Pflanzenteile
weiter verarbeitet werden, müssen sie nochmals
strenge Qualitätskontrollen durchlaufen. Zum einen
sind dies sensorische Prüfungen, das heißt, die Teetester
prüfen mit Augen, Nase und Gaumen, ob die
Ware in Ordnung ist. Zum anderen wird in den Tee-
Labors auf chemisch-physikalischem Weg die Qualität
gecheckt. Nur wenn alle Ergebnisse optimal sind, ist
der Weg frei zur endgültigen Verarbeitung.
Ein Teebeutel pro Tasse, sprudelnd heißes Wasser, mindestens acht Minuten lang ziehen lassen. Generell gilt: je mehr Tee, desto intensiver der Geschmack.
An heißen Tagen gibt es keinen besseren Durstlöscher als hausgemachten Eistee. Aber Achtung – noch besser als eingekühlter Tee ist Eistee wie folgt zubereitet:
Kräuter- und Früchtetees bewahren ihr Aroma am besten, wenn jeder Tee den richtigen Platz im Schrank erhält. Die Teesorten mit zartem Duft, wie zum Beispiel Melissentee oder Kamillentee, nehmen leicht den Duft von kräftiger riechenden Sorten wie Pfefferminztee oder auch aromatisiertem Früchtetee an. Am besten bewahrt man die mild duftenden Sorten und die kräftig duftenden getrennt voneinander im Schrank auf. Früchtetee hält in dunklen Gläsern oder Teedosen maximal ein Jahr. Besser ist es jedoch, ihn innerhalb von drei bis vier Monaten zu verbrauchen.