Grüner und Schwarzer Tee stammen von derselben Pflanze. Erst deren Verarbeitung macht den Unterschied. Grüner Tee wird einer Hitzebehandlung unterzogen, was die Fermentation verhindert; während man bei Schwarztee über die Fermentation zu einem anderen Aussehen und Geschmack gelangt.
Damit aus saftigen, grünen Blättern feiner Schwarzer Tee wird, ist ein umfangreicher Verarbeitungsprozess erforderlich. Da frische Teeblätter nicht lange haltbar sind, wird der gepflückte Tee - im Gegensatz zu
Kaffee - sofort auf den Plantagen im Ursprungsland aufbereitet.
Der Tee durchläuft dabei folgende Arbeitsvorgänge:
Um die Teeblätter für die Weiterverarbeitung geschmeidig zum machen, werden sie zum Welken ausgebreitet. Dabei verlieren sie je nach Anbaugebiet zwischen 30 und 70 % ihrer Feuchtigkeit.
Durch das Rollen werden die Zellwände der Blattzellen aufgebrochen,
damit Sauerstoff an den Zellsaft gelangt.
Die Fermentation ist ein Oxidationsprozess des beim Rollen austretenden Zellsaftes. Dabei verändert der Tee seine Farbe und entwickelt sein charakteristisches Aroma.
Das Trocknen gibt dem Tee die notwendige Haltbarkeit. Den fermentierten Blättern wird in Trockenöfen die restliche Feuchtigkeit entzogen und der Zellsaft trocknet an den Blättern an. Die durch die Fermentation kupferrot gewordenen Teeblätter färben sich dunkelbraun bis schwarz. Später, beim Teeaufguss, löst sich der am Teeblatt angetrocknete Saft mit kochendem Wasser wieder auf und ergibt ein kupferrot leuchtendes, aromatisches und anregendes Getränk.
In Siebmaschinen wird der fertige Tee nach Blattgraden sortiert. Fachleute unterscheiden hierbei hauptsächlich zwischen Blatt-Tees und kleinblättrigen Tees. Die Größe des Blatts sagt aber nichts über die Qualität des Tees aus.
Der nach Blattgraden sortierte Tee kommt traditionell in mit Metallfolie ausgeschlagene Sperrholzkisten, die aber zunehmend durch Papiersäcke ersetzt werden. Gegen äußere Einflüsse geschützt, kann er so transportiert und verschifft werden.