Reise

Neuseeland – die Leichtigkeit des Seins

 05. 07. 2011
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 Reise
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Die Neuseeländer haben alles, was man zum Leben braucht. Viel Platz. Viel Natur. Viel Lebensfreude. Nur eines fehlt ihnen, und zwar absolut: das Gen, sich Sorgen zu machen.

Wir sind noch keine fünf Minuten in Auckland,

als die Prophezeiung wahr wird. „Und wie gefällt euch Neuseeland?“, fragt uns der Taxifahrer in der zappendusteren Nacht, in die uns das Flugzeug nach mehr als 20 Stunden ausgespuckt hat. Es stimmt also, was in vielen Reiseführern steht. Die Frage, ob wir die Schönheit des Landes schon entdeckt haben, kommt wie aus der Pistole geschossen und noch lange vor dem „Hallo, wie geht’s?“. Der Taxifahrer begnügt sich mit unserem verschlafenen „Ja, schon“ und bringt uns zu Jane, der Besitzerin des Chalet Chevron, des „Great Little Hotel“, wie sie es nennt. Jane entpuppt sich als eines unserer ersten Highlights der Reise. Nicht nur weil sie uns jeden Morgen mit einem „Smiley“-Kunstwerk aus Schinken, Eiern und Tomaten begrüßt. Auch ihr zynischer Humor reizt uns, mit ihr Wortgefechte auszutragen. Sie gewinnt. Immer. Dafür verwöhnt sie uns mit allem, was ein unerfahrener Neuseeland-Besucher braucht: Und das ist blitzblaues, kühlendes Gel mit dem klingenden Namen „Blue Slime“. Das hilft gegen den ersten Sonnenbrand, der uns so wie alle anderen Neuankömmlinge sofort erwischt.

„Wie gefällt euch Neuseeland?“

Zurück zur Lieblingsfrage der Neuseeländer: „Wie gefällt es euch hier?“ Der Reisejournalist, der uns vor dieser ständig auftauchenden Frage warnte, hatte auch eine Erklärung parat: Er meinte, den Neuseeländern würde es an ausreichend Selbstwertgefühl mangeln. Sie brauchen die Bestätigung von außen. Der berühmte Minderwertigkeitskomplex kleiner Brüder, in diesem Fall als britische Kronkolonie, sei die Quelle des Fragens. Wir machen uns darüber keine Gedanken. Es scheint, als hätten die Neuseeländer alles Schöne, das es auf Erden gibt, in ihrem Land vereint. Und gleichmäßig auf der Nord- und Südinsel verteilt, um sich, reiselustig wie sie sind, immer wieder daran zu erfreuen.

Entdeckenswerter Norden

Wer glaubt, das Land der Maori in nur wenigen Wochen bereisen und entdecken zu können, der irrt und macht Neuseeland-Fehler Nummer eins. Dafür hat das Land einfach zu viele schöne Seiten. Angefangen beim Ninety Mile Beach ganz oben im Norden und der Bay of Islands, die einem das Gefühl verleiht, plötzlich in der Karibik zu sein. Und wo einem beim Fotografieren der weißen Holzhäuschen in Russell ganz sicher die Speicherkapazität des Kamerachips zu klein wird. Wer mag, taucht in die mysteriöse Vulkanlandschaft des Tongariro-Nationalparks ein und lässt sich dann von der Art-déco-Stadt Napier und ihren stilvollen Gebäuden berauschen. Nicht zu vergessen: der Hot Water Beach auf der Coromandel Peninsula, wo man bei Ebbe mit geliehenen Schaufeln ein Loch in den Sand gräbt, um dann in der 40 Grad heißen Quelle zu baden.

Naturschauspiele überall

Ein anderes Naturschauspiel sollte man ebenfalls einplanen: die Glühwürmchen in den Waitomo Caves. Da kann man sich dick eingepackt in einen Neoprenanzug 60 Meter unter der Erdoberfläche von einer Höhle zur nächsten vortasten und sich den Weg von den Glühwürmchen leuchten lassen. Auch das spektakuläre Rotorua sollte man nicht auslassen. In der Stadt des Schwefels, wie sie auch heißt, dampft es aus allen Ecken und Enden. Einer meiner Lieblingsorten ist Wellington. Das Meer ist um die Ecke, sodass man in der Mittagspause schnell mal segeln geht. Und: Die Stadt hat eine kreative Ader, kleine, nette Geschäfte, Cafés auf den Straßen, ein gemütliches Flair. Und das war erst ein kleiner Ausblick auf die Nordinsel.

Sehenswürdigkeiten

Ninety Mile Beach

Ninety Mile Beach

Abel Tasman National Park

Abel Tasman National Park

Waitomo Caves

Waitomo Caves

Paradiesischer Süden Neuseelands

Paradiesischer Süden Neuseelands

Paradiesischer Süden

Denn im Süden wartet nach den spektakulären Marlborough Sounds gleich der Abel Tasman National Park, den man am besten in einem Seekajak erkundet. Die Südinsel entpuppt sich als unglaublicher Schauplatz an Naturschönheiten. Die steile Westküste, der man tagelang zuschauen könnte, wie sich die Wellen an sie drücken, der Franz-Josef-Gletscher, der nur eine Stunde vom Parkplatz entfernt seine Masse aus Eis bis vor unsere Füße ausrollt, der Haast Pass, der uns in vierstündiger Fahrt gleich drei unterschiedliche Vegetationen vorführt. Und nicht zu vergessen der Doubtful Sound, den man im Kajak durchquert, umgeben von Delphinen und einem atemberaubenden Ausblick – egal wohin man gerade schaut.

Eine-Zeit-Reise

Für einen Neuseeland-Besuch braucht man Zeit. Viel Zeit. Zum Schauen. Und zum Reden. Wir haben die Bed-&-Breakfast-Variante gewählt – und das ist gut so. Sonst hätten wir nie Paul und Leoni in Rotorua kennengelernt, die uns in ihrem Haus aufnehmen, als wären wir ihre Kinder. Und die, als wir noch eine zweite Nacht bleiben, froh sind, noch ein bisschen mehr von sich erzählen zu können. Oder Robyn in ihrem Robyn’s Nest in Waihi. Die uns nach einem ausgiebigen Frühstück mir nichts, dir nichts den Schlüssel zu ihrem Haus überlässt, während sie arbeiten und wir schwimmen gehen. Oder Dave und Mark in Westport, die uns spontan in ihren Jeep packen und mit uns zur Steilküste fahren, um uns „ihren“ Sonnenuntergang zu zeigen. Wer also glaubt, dass man in Neuseeland nur unberührte Natur und die Vorstellungen seiner eigenen Middle Earth vorfindet, der macht Neuseeland-Fehler Nummer zwei.

No Worries!

Was man hier vor allem findet, ist eine positive Sicht des Lebens.

 „No worries“ ist das Lebensprinzip der Neuseeländer. Neben all den Naturschönheiten stößt man hier immer wieder auf die ungeahnte Leichtigkeit des Seins. Die Neuseeländer betrachten ihr Leben mit einer beruhigenden Gelassenheit. Und sollte doch mal ein Problem auftauchen, dann lösen sie es einfach. No worries. In Christchurch angelangt, wo uns bald der Flieger nach Hause erwarten wird, landen wir im Restaurant Minx, benannt nach einem alten Automobil, das hier in all seine Bestandteile zerteilt wie ein Bausatz an der Wand hängt. Wir nehmen unter der Fahrerkabine Platz, und schon kommt die obligatorische Frage des Obers: „Und wie gefällt euch Neuseeland?“ Um nicht in stundenlanges euphorisches Erzählen über Land und Leute zu verfallen, stellen wir ihm die Gegenfrage: „Warum wollt ihr das immer wissen?“ Der Ober lächelt und meint: „Weil uns unser Land so gut gefällt und wir wissen wollen, ob es euch auch so geht.“ Von wegen Minderwertigkeitskomplex.

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