Teegeschichten

Die Geschichten rund um den Tee sind so aufregend wie faszinierend. Erfahren Sie von der Legende der zufälligen Entdeckung des Tee-Genusses, den ersten Zeremonien, der Erfindung des Teebeutels und dem phänomenalen Aufstieg zum populärsten Getränk der Welt.

Tee in Japan

Erst im Jahre 552 nach Christus brachten buddhistische Mönche die Kunst der Tee- zubereitung auch den Japanern bei. Bald versah man den Teegenuss mit einer bis ins Detail festgelegten Zeremonie. Der Begriff Teeismus, der viel später entstand, bezeichnet die fast religiöse Verehrung der Japaner für Tee.

Tee wird zur Ware

Während der prunkvollen T´ang Dynastie (618-907 n. Chr.) wurde der Tee in China zu einer verbreiteten Handelsware. Der Tee fand so Zugang zu allen Gesellschaftsschichten und blieb nicht länger den gehobenen Klassen und dem Klerus vorbehalten.

Das erste Buch des Tees

Im 8. Jahrhundert schrieb der Chinese Luh Yü im Auftrag einiger Teehändler ein dreibändiges Buch über Tee. Damit entstand die erste niedergeschriebene Geschichte des Tees, die zugleich eine Lobeshymne auf das inzwischen sehr beliebte Getränk war. Luh Yü wurde noch viele Generationen später als Schutzpatron des Tees verehrt.

Europa entdeckt den Tee

Im Jahr 1610 kam die erste Teelieferung aus Japan auf Segelschiffen über Java nach Amsterdam.

Von da an waren die Holländer über 50 Jahre die einzigen Tee-Importeure, die ganz Europa mit dem Getränk versorgten. 1669 stiegen die Engländer mit in dieses Geschäft ein. Das Monopol für die Teeimporte hatte die von ihnen gegründete East India Company bis 1833 inne. Auch auf dem Landweg gelangte der Tee nach Europa. Mitte des 17. Jahrhunderts kamen mit einer Karawane 200 Pakete Tee aus der Mongolei als Geburtstagsgeschenk an Michael I., den ersten russischen Romanow-Zaren. Die Karawanen zogen von Peking durch die Wüste Gobi, quer durch Sibirien, vorbei am Baikalsee und weiter zur Wolga.

Noch bis in das 19. Jahrhundert sagte man dem russischen Karawanentee nach, er habe eine bessere Qualität als der auf dem Seeweg beförderte Tee, der in feuchten, geteerten und dumpf riechenden Laderäumen gelagert war. Diesen Tee zuckerte man aufgrund des unerwünschten Beigeschmacks.

Einführung der Teestunde

1662 erfolgte die offizielle Einführung der Teestunde am Hofe des englischen Königs Karl II. Damit wurde Tee auch in Europa gesellschaftsfähig und eines der wichtigsten Handelsgüter.

Die Boston Tea Party

Die Boston Tea Party

Englische Einwanderer brachten Ende des 17. Jahrhunderts den Tee mit in die USA. Im Laufe der Zeit gewann er auch hier immer mehr Liebhaber, besonders in den gehobenen Schichten, in denen damals Tea Partys veranstaltet wurden. Um 1760 stand Tee auf dem dritten Platz aller nach Neu-England importierten Güter. Darin suchte England, das durch den Siebenjährigen Krieg in eine Finanzkrise geraten war, eine neue Einnahmequelle. Der Tee wurde mit hohen Steuern belegt. Im ganzen Land war dies der Anlass für heftiges Aufbegehren. Die East India Company (größte Teehandelsgesellschaft) veranlasste daraufhin eine sofortige Steuerreduzierung. Zu spät, man sann auf Rache. Am 16. Dezember 1773 verkleideten sich Mitglieder der Freimaurerloge Saint Andrew in Boston als Mohikaner, enterten die im Hafen liegenden Schiffe der East India Company und warfen 342 Kisten Tee über Bord. Dieser Zwischenfall, ironisch als "Boston Tea Party" bezeichnet, markiert den Beginn der Befreiungskriege gegen die englische Vorherrschaft in Amerika.

China verliert seine Dominanz

China verliert seine Dominanz

1834 gibt William Bentinck entscheidende Impulse beim Teeanbau in Indien. China verliert daraufhin seine bis dahin vorhandene Teeanbau-Monopolstellung. Nach dem Ende des Teeimport- Monopols entstand der britischen Schifffahrt ab 1834 vor allem von amerikanischer Seite eine heftige Konkurrenz. Um dieser Konkurrenz standzuhalten, baute man die sogenannten Teeclipper: Segelschiffe mit vier oder mehr Masten, scharfem Bug und schlankem Rumpf. Sie besaßen verhältnismäßig große Ladekapazität bei niedriger Tonnage und erreichten hohe Geschwindigkeiten. Einer der berühmtesten britischen Teeclipper ist die 1869 gebaute Cutty Sark, die heute noch in Greenwich an der Themse zu besichtigen ist. Im Jahr 1869 wurde auch der Suezkanal eröffnet, was den Weg zu den Teeanbaugebieten um ca. 7000 km verkürzte. Dadurch wurde der Teetransport auch für Dampfschiffe möglich, die auf dieser Route genügend Möglichkeiten zum Bunkern der Kohle fanden. Das Ende der Teeclipper war gekommen, der Weg in das Zeitalter der modernen Handelsschifffahrt begann.

Von der Teebombe zum Teebeutel

Die ersten Vorläufer des Teebeutels stammen von dem New Yorker Tee-Importeur Thomas Sullivan, der seinen Kunden im Jahre 1908 in kleine Mullsäckchen verpackte Teemuster zusandte. Diese Mullsäckchen erwiesen sich als durchschlagender Erfolg.

In Deutschland wurde die TEEKANNE GmbH & Co. KG auf diesen Vorläufer des Teebeutels aufmerksam. Mit der sogenannten "Teebombe" versorgte TEEKANNE die Soldaten im Ersten Weltkrieg mit Tee. Diese war zwar praktisch, aber der Mull beeinflusste den Geschmack. Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts experimentierte TEEKANNE mit der in den USA entwickelten Lösung: Ein-Kammer-Teebeutel aus zusammengeklebten Spezial-Pergamenten. Diese Produkte waren wegen der Verwendung geschmacksneutralen Papiers besser, der Beigeschmack des Klebstoffs störte aber immer noch die feinen Geschmacksnerven verwöhnter Teetrinker.

Der Doppelkammerbeutel

1949 bringt TEEKANNE den Doppelkammerbeutel auf den Markt.

Er ist aus feinstem Filterpapier gefaltet und nicht geklebt! Der Tee ist in zwei Kammern gelagert. Mittels dieses Prinzips kann das Wasser den Tee von vier Seiten optimal umspülen, so dass sich das Aroma voll entfalten kann. So begann eine neue Ära des Teetrinkens, da diese Erfindung von TEEKANNE die Konsumgewohnheiten der Menschen revolutionierte. Der Siegeszug des Tees aus Beuteln rund um die Welt setzte ein und begründete die Entwicklung der Firma TEEKANNE zu einem Konzern mit Weltgeltung, dessen Name untrennbar mit der Erfindung des Doppelkammerbeutels verbunden ist.

Teebombe - In Deutschland wurde die TEEKANNE GmbH & Co. KG auf diesen Vorläufer des Teebeutels aufmerksam. 

Teebombe - In Deutschland wurde die TEEKANNE GmbH & Co. KG auf diesen Vorläufer des Teebeutels aufmerksam.

Mit der sogenannten "Teebombe" versorgte TEEKANNE die Soldaten im Ersten Weltkrieg mit Tee. Diese war zwar praktisch, aber der Mull beeinflusste den Geschmack. 

Mit der sogenannten "Teebombe" versorgte TEEKANNE die Soldaten im Ersten Weltkrieg mit Tee. Diese war zwar praktisch, aber der Mull beeinflusste den Geschmack.

Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts experimentierte TEEKANNE mit der in den USA entwickelten Lösung: Ein-Kammer-Teebeutel aus zusammengeklebten Spezial-Pergamenten. 

Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts experimentierte TEEKANNE mit der in den USA entwickelten Lösung: Ein-Kammer-Teebeutel aus zusammengeklebten Spezial-Pergamenten.

1949 bringt TEEKANNE den Doppelkammerbeutel auf den Markt. So begann eine neue Ära des Teetrinkens, da diese Erfindung von TEEKANNE die Konsumgewohnheiten der Menschen revolutionierte. 

1949 bringt TEEKANNE den Doppelkammerbeutel auf den Markt. So begann eine neue Ära des Teetrinkens, da diese Erfindung von TEEKANNE die Konsumgewohnheiten der Menschen revolutionierte.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es Mode, zum Tee auszugehen. Immer mehr "Tea-Houses" und Hotels boten Tea-Time und Teemenüs an.

Der etwa 1913 aus Argentinien importierte Tango sorgte insbesondere zum Nachmittagstee für noch mehr Attraktivität. Unvergleichliche Tanztee-Veranstaltungen waren in den goldenen 20er Jahren der Megahit. Die Presse berichtete von ständig wachsender Vernarrtheit in Tee-Tangos.

Tee heute

Heute ist Tee mit einer jährlichen Weltproduktion von 3,5 Mio. t Tee (Quelle: Deutscher Teeverband e.V.) das populärste Getränk der Erde und wird nach Wasser am häufigsten getrunken.

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